Pflegestandard
Pflegestandards legen durch messbare Kriterien ein bestimmtes Qualitätsniveau der Pflege fest. Sie sollen nach den International Council of Nurses-Richtlinien zur Standardentwicklung innovative und intelligente Inhalte transportieren, um dem Anspruch eines wirksamen Instruments zur Qualitätsentwicklung gerecht zu werden. Die Festlegung erfolgt durch die Pflegedienstleitung, gelegentlich auch durch dafür von ihr beauftragte Einzelpersonen (z. B. Pflegeexperte, Qualitätsbeauftragter) oder Teams (Stationsleitungsrunde, Qualitätszirkel). Sie haben damit den Charakter und Verbindlichkeit einer Dienstanweisung.
Pflegestandards definieren damit auch einen bestimmten Leistungsumfang der professionellen pflegerischen Versorgung innerhalb einer Einrichtung (einheitliche Mindestanforderungen, = Leistungsbeschrieb oder Dienstgütevereinbarung).
Mit einem Pflegestandard werden einzelne pflegerische Maßnahmen, Handlungen einer/-es professionell Pflegenden an einer zu pflegenden Person beschrieben. Verbesserungen der Richtlinie, z. B. Anpassung an momentane individuelle Bedürfnisse sind darüber hinaus situationsgemäß notwendig.
Weitere Ziele: Vollständigkeit der Vorbereitungen, insbes. des Materials, Beitrag um Pflegeplanungen und -qualität verbessern, zusätzliche Erfordernisse an die Dokumentation der Handlung
Es sind nicht allgemeine Organisationsrichtlinien oder Pflegepläne in irgendeiner Form gemeint.
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Vorlagen, die "komplett" erworben
werden können. Die Alternative dazu ist die eigene Entwicklung. Sie sollte
nur bei zentralen Problemstelllungen stattfinden, weil aufwändig. Der gesamte
Standardentwicklungsprozess sollte zur späteren Nachvollziehbarkeit dokumentiert
werden.
Inhalte von Pflegestandards
Notwendig vorliegende Informationen wie Problemstellungen durch/von/für
den Patient. Evtl. auch: Pflegekategorie/-stufe. Auch zu berücksichtigende
persönliche Ressourcen der Patienten
Anwendung in welcher Pflegesituation (z. B. Pflegediagnose, DRG-Fallgruppe,
Krankheit-Gesundheit, Diagnosen, Therapieprogramm; Kooperation mit anderen Gruppen)
Klare Bestimmung der Maßnahme - Name sollte keine unverständliche
oder missverständliche Abkürzung, aber auch kein unverbindlicher Oberbegriff
(zu allgemein) sein.
Erforderliche Voraussetzungen beim Pflegepersonal: Ausbildung, Lehrgang, Anzahl,
u. ä.
Vorbereitungsschritte: Informationen, persönliche Vorbereitung, Material,
Raum, zu pflegende Person, Absprachen im Team
Wesentliche Punkte des Ablaufs der Durchführung: Schritte, Einbeziehung
der Patienten, evtl. wichtige Fragen, Handgriffe
Abschlussarbeiten und Nachbetreuung
Mögliche Komplikationen, auf die man vorbereitet sein muss, nennen.
Auch hilfreich: Hinweise zur Pflegedokumentation, Weiterleitung von Befundmaterial u. ä.
Vorgehen bei Nachbestellungen
Zeitaufwand (Zeitrahmen, Minimum/Maximum – keine unrealistische Zeitvorgaben)
In Kraft gesetzt: wer/wann; beabsichtigte erneute Überprüfung dieses
Pflegestandards
Beitrag von Expertenstandards
Ein Expertenstandard ist ein Instrument der Qualitätsentwicklung in der
Pflege. Er erklärt, wie Pflegestandards in den einzelnen Einrichtungen
des Gesundheitswesens bzw. der Altenhilfe aufgebaut sein sollen/können.
Expertenstandards sollen mit wissenschaftlichen Methoden erarbeitet und überprüft
werden (Evidence based nursing).
In Deutschland arbeitet seit 1999 u. a. ein Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) an der Entwicklung von so genannten Nationalen Expertenstandards. Ihre Entwicklung erfolgt in fünf Schritten: Expertenarbeitsgruppe, Literaturanalyse, Konsensuskonferenz, Implementierung in den Praxisfeldern, Aktualisierung. Bis Ende 2006 soll eine erste Reihe von fünf Expertenstandards zu den Themen Dekubitusprophylaxe, Entlassungsmanagement, Schmerzmanagement bei akuten und tumorbedingten chronischen Schmerzen, zur Sturzprophylaxe und zur Förderung der Harn-Kontinenz vollständig überprüft vorliegen. Die Methodik orientiert sich an der Entwicklung ärztlicher Leitlinien, die auf der Basis eines Überblicks des wissenschaftlichen Kenntnisstandes, überprüfbarer Therapie-Erfolge und von Experten-Konsens erarbeitet werden.
Qualitätssicherung und Pflegestandards
Pflegestandards sind ein Element der Qualitätssicherung. Ihr Vorhandensein
erfüllt Strukturmerkmale der Pflegequalität. Ihre Anwendung und laufende
Aktualisierung entspricht den Prozessanforderungen an die Qualität. Als
Ziel sollten sie erreichbare Ergebnismerkmale für Pflegequalität überprüfbar
benennen.
Für welche Bereiche können Pflegestandards hilfreich sein?
Pflegestandards ersetzen in keiner Weise die Ausbildung des Personals oder ein Lehrbuch. Sie sind nur Erinnerungsstützen für bereits ausgebildete bzw. eingewiesene Profis. Quelle
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